Gesicherte Diagnose dank kombinierter Verfahren
Da viele Symptome der Multiplen Sklerose theoretisch auch durch andere Erkrankungen hervorgerufen werden können, ist eine gesicherte Diagnose von entscheidender Bedeutung. Hierzu werden eine Reihe verschiedener Methoden angewandt, die eine Diagnose auch im Frühstadium der Erkrankung ermöglichen. Die wichtigsten sind:
- Klassische neurologische Untersuchung: Für die erste Beurteilung werden vor allem die Anamnese und diverse neurologische Untersuchungen (z. B. EEG) herangezogen.
- Bildgebende Untersuchung: Durch die Magnetresonanztomografie (MRT) des Gehirns und des Rückenmarks können entzündete Gewebebereiche dargestellt werden.
- Nervenwasserentnahme (Lumbalpunktion): Die Entnahme einer schützenden Flüssigkeit im Wirbelkanal und deren Analyse ist eine oft entscheidende Untersuchungsmethode und heute ein Routineeingriff, der nur wenige Minuten dauert.
- Elektrophysiologische Untersuchung: Die Untersuchung des Nervensystems von Kopf bis Fuß kann die Diagnose untermauern. So werden z. B. Reflexe, Schmerzempfindlichkeit, Muskelkraft und Gleichgewichtssinn speziellen Tests unterzogen.
Als maßgeblich für die Diagnose „Multiple Sklerose“ gelten die sogenannten McDonald-Kriterien, die zuletzt im Jahr 2005 noch einmal überarbeitet wurden. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
Therapeutische Erfolge nehmen zu
Multiple Sklerose ist bislang nicht heilbar. Ziel aller therapeutischen Maßnahmen ist es daher, die Unabhängigkeit des Patienten im Alltag zu erhalten und ihm die bestmögliche Lebensqualität zu ermöglichen. Die bestehenden Therapieverfahren lassen sich in drei Kategorien unterteilen:
- Schubtherapie: Bei akuten Schüben werden meistens hochdosierte Glucocorticoide verabreicht. Diese entzündungshemmenden Medikamente sind in der Lage, die Symptome eines Schubes zu mildern und abklingen zu lassen. Sie haben jedoch keinen Einfluss auf den langfristigen Gesundheitszustand des Patienten. Begleitende krankengymnastische und ergotherapeutische Maßnahmen tragen dazu bei, die Muskeln zu trainieren und im Fall eines Schubes besser kontrollieren zu können.
- Immunmodulierende Langzeittherapie: Bei dieser Therapieform kommen je nach Verlaufsform die unterschiedlichsten Substanzen und Arzneistoffe zum Einsatz. Vordringlichstes Ziel ist es, das Nervengewebe dauerhaft vor dem Angriff körpereigener Abwehrzellen zu schützen, indem z. B. die Anzahl der Immunzellen künstlich gesenkt wird. Hierbei wurden in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte erzielt. Neue Wirkstoffe werden ausgiebig in zahlreichen Studien untersucht.
- Symptomatische Therapie: Manche MS-Symptome können zu einer Verschlechterung der Lebensqualität führen. Um dies zu verhindern, ist bei schwerem Krankheitsverlauf eine gute Zusammenarbeit von Patient, Angehörigen, Pflegenden, Neurologen, Hausärzten, Physio- und Ergotherapeuten sowie weiteren Fachkräften erforderlich. Eine individuell abgestimmte Therapie dient sowohl dem Schutz vor einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes als auch der Behandlung akut auftretender Symptome