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Angehörige eines todkranken Menschen werden meist „automatisch“ und unfreiwillig zu dessen Sterbebegleitern. Die eigene Betroffenheit aufgrund der Situation lässt häufig jedoch keine klare Sicht der Dinge zu. Sie belastet den Begleitenden nicht selten genauso wie den Sterbenden selbst. Im Idealfall gibt es daher mehrere Begleiter, die den Todkranken, seine letzten Wünsche und sein Umfeld im Blick haben ‒ und die sich gegenseitig unterstützen.
Um den Erwartungen an eine harmonische Sterbebegleitung gerecht zu werden, sollte sich jeder Begleiter auch selbst mit seinem eigenen Leben und dem Tod auseinandersetzen können. Schließlich wird man immer mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert. Das Begleiten eines Menschen bis zu seinem Tod kann aber auch dazu führen, sogar besser mit tiefen Gefühlen umgehen und das eigene Leben bewusster gestalten zu können.
Problematisch ist es oft, sollten während der letzten Lebensphase des Sterbenden von Seiten der Angehörigen Probleme gewälzt, Familienkonflikte angesprochen oder noch „offene Fragen“ geklärt werden wollen. Dies führt eher zu einem belastenden als zu einem erlösenden Ende. Gerade im Familienverbund mehrerer Angehöriger sollten diese zusammenhalten und Konkurrenzdenken und Streitpunkte außen vor lassen.
Als privater Sterbebegleiter sollte man sich nicht scheuen, Hilfe zu suchen im Umgang mit dieser belastenden Situation. Medizinische und pflegerische Unterstützung ist meist vorhanden, aber kann die psychologische oder soziale Komponente oft nicht bedienen. Hier kann beispielsweise ein ambulanter Hospizdienst die richtige Lösung sein. Für ungeübte Angehörige bieten vor allem kirchliche Organisationen und Hospizvereine auch kostenlose Kurse an, die sich mit diesem Thema Sterben und Tod ausführlich befassen.