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Diagnostik & Therapie Schlaganfall

Test zur Erkennung eines Schlaganfalls

US-amerikanische Ärzte haben einen einfachen Test entwickelt, mit dem auch ungeübte Personen innerhalb einer Minute einen Schlaganfall relativ sicher erkennen können.

In der Praxis sieht das wie folgt aus:

  • Bitten Sie die Person, zu lächeln (das Gesicht wird bei Lähmung einseitig verzogen).
  • Bitten Sie die Person, gleichzeitig beide Arme nach vorne zu heben, mit den Handflächen nach oben (bei einer Lähmung kann ein Arm nicht gehoben werden bzw. sinkt wieder oder dreht sich, vor allem bei geschlossenen Augen).
  • Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen, wie z. B. "Ich benötige keine Hilfe". Der Satz muss korrekt wiederholt werden, die Sprache darf nicht verwaschen klingen.

Eine repräsentative Studie zeigte , dass mit diesem Test fast jeder Mensch in der Lage ist, einen Schlaganfall zu erkennen. Und ein denkbarer „Fehlalarm“ ist im Zweifel immer noch besser als ein Patient, für den jede Hilfe zu spät kommt. In jedem Fall sollten Sie aber bei Verdacht auf einen Schlaganfall sofort einen Arzt konsultieren.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schlaganfall)

Erste Hilfe leisten

In vielen Fällen kann die intravenöse Gabe thrombolytischer Medikamente innerhalb von drei bis vier Stunden eventuell vorhandene Blutgerinnsel auflösen und das Gehirn vor dauerhaften Schäden bewahren.

Die Unterscheidung zwischen einer Minderdurchblutung und einer Blutung ist zwar erst durch abbildende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) sicher möglich, aber die schnelle Erste Hilfe entscheidet in der Regel über die Genesungschancen.

Bei der Ersten Hilfe geht es vor allem darum, sofort einen Notruf abzusetzen und dann den Patienten weiterhin zu betreuen, mit erhöhtem Oberkörper zu lagern und fortlaufend zu kontrollieren, ob er noch bei Bewusstsein ist. Der Patient sollte keinerlei körperlicher Belastung ausgesetzt sein und weder essen noch trinken, da das Gehirn den Schluckvorgang eventuell nicht mehr richtig steuern kann und dann Erstickungsgefahr droht.

Gut zu wissen

Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde. Lieber den Notarzt einmal zu viel rufen als einmal zu wenig.

Medikamentöse Therapie

Oft verschreiben Ärzte nach einem Schlaganfall leicht blutverdünnende Medikamente. Diese haben sich bei vielen arteriosklerotisch bedingten Krankheiten als hilfreich erwiesen, weil das verdünnte Blut verengte Gefäßabschnitte leichter passieren kann. Gleichzeitig wird die Gefahr einer Thrombose verringert.

Ist die Ursache für den Schlaganfall ein Vorhofflimmern, wird oft auf Lebenszeit Marcumar verschrieben, das die Blutgerinnung erschwert. Eine regelmäßige Überprüfung der individuellen Gerinnungswerte des Patienten ist maßgeblich für die Dosierung. Je nach Art der Herzrhythmusstörung kann auch das Einsetzen eines Herzschrittmachers sinnvoll sein.

Bei chronischem Bluthochdruck oder einer genetisch bedingten Fettstoffwechselstörung ist neben einem Präventionskonzept ebenfalls oft eine dauerhafte Therapie mit speziellen Medikamenten vonnöten.

Nichtmedikamentöse Therapie

Schlaganfallpatienten sollten immer auf eine vielseitige, fettarme und ballaststoffreiche Ernährung achten. Regelmäßige körperliche Bewegung sowie Nikotin- und Alkoholverzicht gehören ebenso zu den Maßnahmen, die unbedingt ergriffen werden sollten. Sie tragen dazu bei, das Fortschreiten einer Arteriosklerose zu verhindern und mindern erheblich das Risiko eines weiteren Schlaganfalls.

Rehabilitation

Lange Zeit galt der Schlaganfall als ein Schicksalsschlag, dem man sich mit all seinen Folgen beugen musste. Man war der Meinung, dass die im Gehirn verursachten Schäden irreparabel seien. Doch in den letzten zwei Jahrzehnten haben die Hirnforscher viele neue Erkenntnisse gewonnen.

Heute weiß man, dass auch im erwachsenen Gehirn neue Nervenverbindungen entstehen und die Funktion von zerstörtem Gewebe ersatzweise übernehmen können. Ebenso laufen auf Zellebene Reparaturmechanismen ab, die Schäden nach einem Schlaganfall mindern können.

Das heißt: Unser Gehirn ist – in begrenztem Maße – zur Regeneration fähig. Im Mittelpunkt der neurologischen Rehabilitation stehen daher Maßnahmen, die verloren gegangene Fähigkeiten wieder erlernbar machen. Sie betreffen hauptsächlich die Körper- und Umweltwahrnehmung des Betroffenen und können im besten Fall zur vollständigen Genesung beitragen. Hierzu gehören:

Übergeordnetes Ziel der Rehabilitation nach einem Schlaganfall ist die möglichst umfassende Wiederherstellung der körperlichen Funktionen und eine Wiedereingliederung des Patienten in sein soziales Umfeld. Auch das Erlernen kompensatorischer Maßnahmen kann zu einer stärkeren Unabhängigkeit führen. Dafür ist ein komplexes Rehabilitationskonzept notwendig, das die individuellen Störungen des Patienten, ihre Auswirkungen auf das Alltagsleben und auf die sozialen wie beruflichen Anforderungen berücksichtigt.

Weitere Ziele der Rehabilitation sind die Prävention und Behandlung medizinischer Komplikationen sowie die psychologische Unterstützung des Patienten und der Angehörigen bei der Bewältigung der Krankheitssituation.

Ein wichtiges Rehabilitationskonzept kurz vorgestellt:

Das Bobath-Konzept beruht auf der Annahme der "Umorganisationsfähigkeit" (Plastizität) des Gehirns. Das bedeutet, dass gesunde Hirnregionen die zuvor von den erkrankten Regionen ausgeführten Aufgaben neu lernen und übernehmen können. Häufig sind bei traumatischen Hirnschädigungen nicht die eigentlichen Kontrollzentren zerstört, sondern „nur“ Verbindungswege unterbrochen, die mit konsequenter Förderung und Stimulation des Patienten neu gebahnt werden können.

Rehabilitation nach einem Schlaganfall

Verschiedene Modelle – vorgestellt auf netdoktor.de

Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls

Eine Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG) finden Sie hier: