Medikamentöse Therapie
Seit einigen Jahren stehen Medikamente gegen demenztielle Erkrankungen zur Verfügung, die in die Gruppe der Antidementiva eingeordnet werden. Jedoch zeigt die klinische Erfahrung, dass diese manchmal ausgezeichnet und manchmal überhaupt nicht anschlagen. Heilbar ist Demenz bis heute nicht, aber in vielen Fällen kann sie in ihrem Verlauf aufgehalten werden, wenn sie frühzeitig diagnostiziert und behandelt wird.
Inwieweit eine medikamentöse Therapie Sinn macht, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Außerdem verschlechtern etwa einige beruhigende Medikamente die kognitive Leistung. Hier gilt es, gemeinsam mit dem behandelnden Arzt die richtige Mischung und Dosierung zu finden. Zur medikamentösen Behandlung der Demenz stehen zwei Arzneimittelgruppen zur Verfügung:
- Memantine: Diese Medikamente reduzieren die schädlichen Auswirkungen von Glutamat auf die Nervenzellen im Gehirn. So können Lernsignale wieder erkannt und aufgenommen werden. Memantine machen die Patienten geistig aktiver und verbessern ihre Alltagskompetenz. Damit wird gleichzeitig die Betreuung durch Angehörige oder Pflegekräfte erleichtert. So führen Memantine neben psychischen und physischen Verbesserungen mitunter zu einer enormen Reduktion der Pflegezeit um bis zu 50 Stunden im Monat.
- Acetylcholinesterase-Hemmer: Medikamente dieser Gruppe tragen dazu bei, demenzbedingte Verhaltensstörungen wie Aggressivität oder Wahnvorstellungen besser in den Griff zu bekommen. Die Wirkstoffe Donepezil, Rivastigmin und Galantamin verhindern, dass der bereits gebildete Botenstoff Acetylcholin im Gehirn wieder abgebaut wird. Auf diese Weise wird vor allen Dingen die Weiterleitung von Informationen im Gehirn verbessert.
Nichtmedikamentöse Therapie
- Aktivierung und Anregung: Der an Demenz erkrankte Mensch sollte geistig und körperlich entsprechend seinen Vorlieben und Fähigkeiten gefordert, jedoch nicht überfordert werden. Für den Erhalt der Beweglichkeit sind Physiotherapien (Bewegungstherapien) und leichte sportliche Tätigkeiten (Wandern, Schwimmen etc.) förderlich. Angehörige und Pflegepersonal sollten den Betroffenen dazu anhalten, möglichst viele Aktivitäten so lange wie möglich eigenständig durchzuführen.
- Gedächtnistraining: Im Gegensatz zum Gehirnjogging ist Gedächtnistraining für bereits erkrankte Menschen konzipiert. Der Ansatz ist therapeutischer Natur und keine Freizeitbeschäftigung zum Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit. Die Alltagsrelevanz des Gedächtnistrainings in der Betreuung von Demenzkranken ist jedoch umstritten. Denn es besteht immer die Gefahr, die Betroffenen mit ihren Defiziten zu konfrontieren, derer sie sich dann plötzlich bewusst werden. Diese Therapieform sollte nur in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt durchgeführt und auf das individuelle Krankheitsbild abgestimmt werden.
- Biografiearbeit: Durch Biografiearbeit wird veruscht zu erfahren, welche Bedeutung bestimmte Verhaltensweisen und vorhandene Erinnerungen für den dementen Menschen haben. Je besser die Biografie sowie Gewohnheiten und Eigenheiten eines Menschen bekannt sind, umso leichter kann man ihn verstehen und ihm entsprechend begegnen. Hierbei sind eine gründliche Dokumentation und eine enge Zusammenarbeit aller an der Pflege beteiligten Personen erforderlich.
Demenz ist zwar nicht heilbar, aber auf das individuelle Krankheitsbild abgestimmt dennoch zu verzögern und positiv zu beeinflussen.