Historische Betrachtung der Pflege
Die Pflege von Kranken und Verletzten ist so alt wie die Menschheit selbst:
- Schon Funde aus der Steinzeit lassen darauf schließen, dass man zu Beginn der Menschheitsgeschichte versucht hat, enge Angehörige auf Basis damaliger Kenntnisse von Krankheiten und Verletzungen zu heilen.
- Bereits im alten Ägypten und im antiken Griechenland gab es Ärzte und „Pflegepersonal“, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten um die Versehrten kümmerten.
- Im Mittelalter entstanden die ersten Hospitäler und Pflegeheime in Europa (vorwiegend in Frankreich). Diese waren jedoch lange Zeit nur wenigen Privilegierten und/oder Kriegsversehrten vorbehalten.
- Im Jahr 1679 veröffentlichte Georg Detharding in Kiel das erste deutsche Lehrbuch zur Krankenpflege. Die Altenpflege war damals noch „Familienangelegenheit“ und wurde nicht separat diskutiert.
- Die britische Krankenschwester Florence Nightingale lebte und arbeitete Mitte des 19. Jahrhunderts und gilt als Pionierin der modernen Krankenpflege. Ihr zu Ehren wird seit 1963 an jedem 12. Mai (ihrem Geburtstag) der Internationale Tag der Pflege begangen.
Von der Kranken- zur Altenpflege
Im Gegensatz zur Krankenpflege hat der Begriff der Altenpflege erst mit dem Beginn des Sozialstaates und der Überalterung der Bevölkerung in den 50er-Jahren Bedeutung erlangt. Es entstanden die ersten Altenheime und die Nachfrage nach Pflegepersonal wuchs. Das Berufsbild der Pflegefachkraft war damit aber noch nicht geboren.
Da ausgebildete Krankenschwestern zu teuer schienen, betraute man in erster Linie interessierte Frauen mit Pflegeaufgaben. Diese schienen dem damaligen Weltbild zufolge aufgrund ihrer „typisch weiblichen Eigenschaften" quasi von Haus aus dafür geeignet.
Erst in den 60er-Jahren wurde die Pflege alter Menschen zu einem politischen Thema. Zunächst begannen konfessionelle Einrichtungen, später auch kommunale Institutionen damit, betriebsinterne Schulungen im Bereich Altenpflege durchzuführen. Die Lehrgangsdauer betrug zu Beginn nur wenige Wochen bis maximal sechs Monate.
1969 wurde die Ausbildung zum Altenpfleger und zum Altenpflegehelfer erstmals durch allgemeine Prüfungsordnungen (APO) geregelt und damit die Schaffung eines Berufsbildes im Pflegebereich vorangebracht.
Heute sind in Deutschland fast 400.000 Menschen als Gesundheits- und Krankenpfleger/-in (so die offizielle Berufsbezeichnung) beschäftigt. Die Ausbildung bis zur staatlichen Prüfung dauert drei Jahre. Während verschiedene berufsbegleitende Fortbildungsmaßnahmen verpflichtend sind, gibt es auch zahlreiche optionale Angebote zum Erwerb von Zusatzqualifikationen.




