Multimorbidität kann in den unterschiedlichsten Ausprägungen auftreten. "Mehrfach krank zu sein" heißt aber keinesfalls, automatisch zum Pflegefall zu werden.

Da Multimorbidität bedeutet, dass mehrere Krankheitsbilder gleichzeitig in den unterschiedlichsten Kombinationen auftreten, kann man mögliche Risikofaktoren nur in Zusammenhang mit den entsprechenden Einzelerkrankungen betrachten.
Was die bestmögliche Prävention angeht, gilt daher auch hier (wie bei fast allen Einzelkrankheiten): Eine gesunde und bewusste Lebensweise ist das A und O einer effektiven Vorsorge. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, die Vermeidung von Übergewicht, der weitgehende Verzicht auf Genussmittel sowie die Reduktion seelischer und körperlicher Belastungen (z. B. am Arbeitsplatz) sind hierbei die wichtigsten Aspekte.
Die verschiedenen Krankheiten eines multimorbiden Patienten bringen eine Vielfalt an auftretenden Symptome mit sich. Da sich die Einzelerkrankungen gegenseitig bedingen und die gleichen Körperbereiche betreffen können, ist es in der Praxis oft schwierig, ein bestimmtes Symptom einer konkreten Erkrankung zuzuordnen. Dies gilt vor allem bei abhängiger Multimorbidität. So ist z. B. für einen älteren Diabetiker das Risiko einer Herzinsuffizienz, eines Schlaganfalles oder eines Nierenleidens erhöht.
Aber auch unabhängige Krankheitsbilder können sich zu einer abhängigen Multimorbidität entwickeln. Leidet ein Patient an Rheuma oder Arthrose, wird er seine körperlichen Aktivitäten aufgrund der Schmerzen entsprechend einschränken. Dies begünstigt auf Dauer wiederum Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht und Bluthochdruck – und kann bei langer Bettruhe auch zu starken Atemwegsbeschwerden führen.