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Berufstätigkeit und Pflege

Arbeitnehmer unter Druck

Kann man einen anderen Menschen pflegen, ohne dass die eigene Karriere darunter leidet? Untersuchungen zeigen, dass mehr als ein Viertel der berufstätigen Pflegenden – übrigens fast ausschließlich weibliche Beschäftigte – ihre Erwerbstätigkeit im Laufe der Pflegezeit aufgeben und noch einmal so viele ihre Arbeitszeit reduzieren.

Job und Pflege zu vereinen, bedeutet ein ständiges Jonglieren zwischen unterschiedlichen Rollen und Aufgaben. Schon allein aus Angst um den Arbeitsplatz wird diese Doppelbelastung aber häufig nicht thematisiert. Die Betroffenen fürchten, als nicht mehr konzentrations- oder leistungsfähig eingestuft zu werden. Diese Tabuisierung stellt ein gesamtgesellschaftliches Problem dar und kann dazu führen, dass der Druck für die Pflegeperson immer weiter zunimmt.

Unternehmen in der Pflicht

Es geschieht immer öfter, dass Mitarbeiter vor der Situation stehen, parallel zum Job plötzlich auch Pflegetätigkeiten übernehmen zu müssen. Es liegt daher durchaus im Interesse der Unternehmen, hier klare Regelungen und tragfähige Lösungen zu schaffen – zumal mit der Zunahme an pflegebedürftigen Personen auch die Zahl pflegender Angestellter kontinuierlich wächst.

Die Realität sieht leider oft anders aus. Es gibt durchaus „Vorzeigeunternehmen“, die das Thema „Pflege und Beruf“ offen angehen, aber diese sind aktuell noch in der Minderheit. Die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Pflege wird in der Wirtschaft bislang kaum thematisiert.

Aber nur in einer offenen und sozialen Unternehmenskultur werden pflegende Beschäftigte überhaupt bereit sein, Wünsche zu äußern und entsprechende Maßnahmen in Anspruch zu nehmen. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, Karriere und Pflegetätigkeit möglichst reibungslos zu koordinieren. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Gleit- und Teilzeitmodelle
  • Heim- und Telearbeit
  • Arbeitszeitkonten
  • Sonderurlaube und Freistellungsmöglichkeiten
  • kompetente Ansprechpartner in den Unternehmen
  • Vorträge und Trainings für Führungskräfte
  • Seminare und Schulungen für pflegende Angehörige
  • Bereitstellung von Informationsmaterial

Erste Anlaufstelle, um sich über Angebote und Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Pflege- und Berufstätigkeit zu informieren, sollte immer die Personalabteilung bzw. der Betriebsrat Ihres Arbeitgebers sein.

Entlastungsangebote auf dem Vormarsch

Lesen Sie unbedingt weiter, welche staatlich geförderten Entlastungsangebote es für pflegende Angehörige gibt und wie diese für Sie von Nutzen sein können. Gerade Berufstätige können davon profitieren.

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